Hoehenflug

Nach dem Höhenflug kommt meistens der Fall. Doch das war kein Fall. Das war ein heftiger Schlag ins Gesicht mit darauffolgenden Bauchtritten. Bis du nicht mehr kannst, bis dein Körper und du aufgeben. Erstarrung. Übelkeit. Wut. Dieses Gefühl, wenn du einfach nur mehr ganz laut und ganz oft “WARUM?” in den Wald schreien möchtest, aber es nicht tust, weil du ganz genau weißt, dass es keine Antwort gibt. Dinge passieren. Vor allem eben gerne dann, wenn alles gepasst hat. Wenn du selbst erstaunt von deinem Glück bist und es mit jedem teilen möchtest. Manche Menschen reden sich dann in diesen Momenten gerne ein, dass es schon irgendeinen Grund geben wird, warum das passiert ist. Dass man es aber erst später verstehen wird, warum alles so kam wie es eben kam. Ich bin bald 21 Jahre alt und versuche noch immer zu verstehen, warum gewisse Dinge in meinem Leben passieren mussten.

Avrakadavra

Ich hatte selten so ein flaues Gefühl im Magen. Dein Name sucht mich ständig in meinen Gedanken auf. Erinnerungen überhäufen mich, quälen mich schon regelrecht. Ich will alles auf die Seite schieben. In eine Schublade mit deinem Namen stecken und sie versperren. Den Schlüssel verbiegen, damit ich sie nie wieder aufbekomme.
Du bist zu weit mit mir gegangen, zu weit mit meinen Gefühlen. Ich war so dumm, ich habe sie dir praktisch in die Hände gelegt. Mit offenen Karten gespielt und du hast die Karten durch die Gegend geworfen, als sei alles ein Zaubertrick, der schlussendlich damit endet, dass du aus meinem Leben verschwindest.

Reset

Es wäre mir am liebsten, ich würde per Knopfdruck alles vergessen, was du mir je gesagt hast. Alles auf Anfang, nur diesmal ohne dich. Ich möchte mich daran erinnern, wie alles war, bevor du passiert bist. An das, was ich gefühlt habe, bevor in meinem Kopf jeder Gedanke nur mehr mit dir zu tun hatte. Ich möchte meine Sicherheit zurück, die ich dir Tag für Tag gegeben hatte, ohne dabei etwas zurückzuverlangen. Abgesehen von der Angst, die du mir gegeben hast, dich jederzeit verlieren zu können. Das Gefühl nicht gut genug zu sein, obwohl ich jemand anderem mehr Liebe gar nicht schenken hätte können. Ich hätte es verdient gehabt, besser behandelt zu werden für das, was ich gegeben hatte.

Ich will vergessen, wie dein Duft riecht oder wie es sich anfühlt, wenn du deine Hände um meine Hüften legst. Ich will mich nicht an dein Grinsen erinnern, wenn unsere Lippen kurz davor sind, sich zu berühren. Ich will dich nicht mehr auf der Straße und schon gar nicht mehr in meinen Träumen sehen. Ich will nicht mehr über dich reden, ich will niemandem zeigen, dass du es nach allem mir noch wert bist, einen Gedanken an dich zu verschwenden. Ich möchte vergessen, wie du mich hast fühlen lassen.

L

Das Schlagwort: Liebe.
Liebe ist nie die gleiche. Liebe kann nie die gleiche sein. Aber es überwältigt mich jedes mal aufs neue, wie man denkt, man könne eine bestimmte Person nicht noch mehr lieben als man es schon tut. Und dann taucht da irgendwo jemand anderes auf und du fragst dich, wo sich diese Art von Liebe wohl versteckt hat, die alle anderen augenblicklich in den Schatten stellt. Und du fragst dich, wie weit sich das wohl noch steigern kann, wie viel Liebe man wohl noch für eine Person empfinden kann. Wann es einen schlussendlich mal zerreißt, weil man voller Liebe für eine andere Person ist.

Craving Souls

Wir waren ganz großes Kino. Wir waren pures Drama, pure Leidenschaft, pure Anziehung. Wir waren auf eine gewisse Art und Weise geheim, obwohl vermutlich jeder von uns wusste. Wir hatten etwas, das nur uns gehörte und von dem nur wir die Wahrheit kannten. Wir fühlten uns unbesiegbar, obwohl wir zugleich zum Scheitern verurteilt waren. Wir wussten, dass alle um uns herum schon darauf brannten, sich ihr Maul über uns zu zerreißen. Dass wir schlussendlich als zwei Menschen enden, die von irgendwelchen dummen Gerüchten abgestempelt werden, die nicht einmal im entferntesten der Wahrheit entsprachen.

Es fühlte sich an, als würde die eine Hälfte meines Körpers in Flammen stehen, während die andere zu erfrieren drohte. Ich bin vom Weg abgekommen und hatte mein ursprüngliches Ziel aus den Augen verloren. Mein Ziel auf mich Acht zu geben. Mein Ziel mich nicht noch einmal in einer Person zu verlieren. Mich nicht wieder voll und ganz für etwas aufzuopfern, das keine Zukunft hat. Das einen Schlussstrich benötigte. Aber vielleicht wollte ich auch einfach nur daran glauben, dass die Liebe es irgendwann mit mir gut meint, wenn ich nur hart genug darum kämpfe.

Meeresrauschen

Es fühlt sich an, als würde ich mit meinen Füßen auf das Meer zulaufen und auf halbem Weg bemerken, dass mich der Treibsand Schritt für Schritt immer mehr in die Tiefe zieht. Das Wasser kommt immer näher. Ich bekomme kaum noch Luft vor lauter Angst vorm Untergehen, vorm Ersticken. Vom Kämpfen mit mir selbst, weil ich nicht mehr vorankomme. Weil ich selber daran schuld bin, dass mich der Boden mit all meinen Schuldgefühlen verschluckt. Weil ich losgerannt bin, ohne nachzudenken. Ohne Rücksicht auf irgendwelche möglichen Folgen. Weil ich nur das Meer vor mir sah, wie es in der Sonne funkelte und glitzerte. Ich konnte nicht anders, mein Herz wollte nicht mit meinem Verstand kommunizieren.