Klippe

Und da standen wir. Du und ich, vor einer Klippe, die 10 Meter in die Tiefe ragte. Wir hielten beide den Atem an und sahen einander tief in die Augen, ganz klar nach dem Motto: „Wenn du springst, springe ich auch.“ Doch keiner von uns beiden sprach es aus. Hätten wir uns nicht eigentlich fragen sollen, wieso es so weit kam, dass wir uns jetzt beide an dieser Klippe befanden? Wo sollte der Weg hinführen, nachdem wir gesprungen waren? Ich schloss meine Augen und konzentrierte mich nur mehr auf deine Stimme, die jetzt so sanft war wie noch nie zuvor. Mein Körper bebte und auch wenn ich es nicht spürte, wusste ich, dass es bei dir nicht anders war. Ich fragte mich für einen kurzen Moment, ob dies wohl das Schicksal sei, dass uns an diese Klippe führte. Doch während mir diese unzähligen Fragen durch den Kopf gingen, auf die ich sowieso nie eine Antwort bekommen würde, legtest du los und sprangst ohne weiter nachzudenken die Klippe hinunter.

Höhenflug

Nach dem Höhenflug kommt meistens der Fall. Doch das war kein Fall. Das war ein heftiger Schlag ins Gesicht mit darauffolgenden Bauchtritten. Erstarrung. Übelkeit. Wut. Dieses Gefühl, wenn du einfach nur mehr ganz laut und ganz oft “WARUM?” in den Wald schreien möchtest, aber es nicht tust, weil du ganz genau weißt, dass es keine Antwort gibt. Dinge passieren. Vor allem eben gerne dann, wenn alles gepasst hat. Wenn du selbst erstaunt von deinem Glück bist und es mit jedem teilen möchtest. Manche Menschen reden sich dann in diesen Momenten gerne ein, dass es schon irgendeinen Grund geben wird, warum das passiert ist. Dass man es aber erst später verstehen wird, warum alles so kam wie es eben kam. Ich werde bald 21 Jahre alt und versuche noch immer zu verstehen, warum gewisse Dinge in meinem Leben passieren mussten.

Avrakadavra

Ich hatte selten so ein flaues Gefühl im Magen. Dein Name sucht mich ständig in meinen Gedanken auf. Erinnerungen überhäufen mich, quälen mich schon regelrecht. Ich will alles auf die Seite schieben. In eine Schublade mit deinem Namen stecken und sie versperren. Den Schlüssel verbiegen, damit ich sie nie wieder aufbekomme.
Du bist zu weit mit mir gegangen, zu weit mit meinen Gefühlen. Ich war so dumm, ich habe sie dir praktisch in die Hände gelegt. Mit offenen Karten gespielt und du hast die Karten durch die Gegend geworfen, als sei alles ein Zaubertrick, der schlussendlich damit endet, dass du aus meinem Leben verschwindest.

Reset

Es wäre mir am liebsten, ich würde per Knopfdruck alles vergessen, was du mir je gesagt hast. Alles auf Anfang, nur diesmal ohne dich. Ich möchte mich daran erinnern, wie alles war, bevor du passiert bist. An das, was ich gefühlt habe, bevor in meinem Kopf jeder Gedanke nur mehr mit dir zu tun hatte. Ich möchte meine Sicherheit zurück, die ich dir Tag für Tag gegeben hatte, ohne dabei etwas zurückzuverlangen. Abgesehen von der Angst, die du mir gegeben hast, dich jederzeit verlieren zu können. Das Gefühl nicht gut genug zu sein, obwohl ich jemand anderem mehr Liebe gar nicht schenken hätte können. Ich hätte es verdient gehabt, besser behandelt zu werden für das, was ich gegeben hatte.

L

Das Schlagwort: Liebe.
Liebe ist nie die gleiche. Liebe kann nie die gleiche sein. Aber es überwältigt mich jedes mal aufs neue, wie man denkt, man könne eine bestimmte Person nicht noch mehr lieben als man es schon tut. Und dann taucht da irgendwo jemand anderes auf und du fragst dich, wo sich diese Art von Liebe wohl versteckt hat, die alle anderen augenblicklich in den Schatten stellt. Und du fragst dich, wie weit sich das wohl noch steigern kann, wie viel Liebe man wohl noch für eine Person empfinden kann. Wann es einen schlussendlich mal zerreißt, weil man voller Liebe für eine andere Person ist.