Tornado

Und da standest du plötzlich vor mir. Mit deinem verschlafenen Blick und deinem guten Duft. Sagtest laut und deutlich meinen Namen und ich merkte dabei, wie sehr ich es vermisst hatte, dich ihn sagen zu hören. Es war wie bei einem Tornado, nur dass du dich in der Mitte dieses Tornados befandest und mich völlig aus dem Nichts aus meiner Verankerung gerissen hattest. Ich hab’ dich so vermisst.


Klippe

Und da standen wir. Du und ich, vor einer Klippe, die 10 Meter in die Tiefe ragte. Wir hielten beide den Atem an und sahen einander tief in die Augen, ganz klar nach dem Motto: „Wenn du springst, springe ich auch.“ Doch keiner von uns beiden sprach es aus. Hätten wir uns nicht eigentlich fragen sollen, wieso es so weit kam, dass wir uns jetzt beide an dieser Klippe befanden? Wo sollte der Weg hinführen, nachdem wir gesprungen waren? Ich schloss meine Augen und konzentrierte mich nur mehr auf deine Stimme, die jetzt so sanft war wie noch nie zuvor. Mein Körper bebte und auch wenn ich es nicht spürte, wusste ich, dass es bei dir nicht anders war. Ich fragte mich für einen kurzen Moment, ob dies wohl das Schicksal sei, dass uns an diese Klippe führte. Doch während mir diese unzähligen Fragen durch den Kopf gingen, auf die ich sowieso nie eine Antwort bekommen würde, legtest du los und sprangst ohne weiter nachzudenken die Klippe hinunter.

Höhenflug

Nach dem Höhenflug kommt meistens der Fall. Doch das war kein Fall. Kennst du dieses Gefühl, wenn du einfach nur mehr ganz laut und ganz oft “WARUM?” in den Wald schreien möchtest, aber es nicht tust, weil du ganz genau weißt, dass es auf deine Frage keine Antwort gibt? Dinge passieren. Vor allem eben gerade dann, wenn alles gepasst hat. Wenn du selbst erstaunt von deinem Glück bist und es mit jedem teilen möchtest. Viele Menschen sagen mir dann, dass es schon irgendeinen Grund dafür geben wird, warum diese Sachen passiert sind. Dass man es aber meistens erst später verstehen kann, wieso alles so kam wie es eben kam. Es sind bald 10 Jahre vergangen und versuche noch immer zu verstehen, warum gewisse Dinge in meinem Leben passieren mussten.

Avrakadavra

Ich hatte selten so ein flaues Gefühl im Magen. Dein Name sucht mich ständig in meinen Gedanken auf. Erinnerungen überhäufen mich und lassen mich nicht mehr los. Ich will alles auf die Seite schieben. In eine Schublade mit deinem Namen stecken und sie versperren. Den Schlüssel verbiegen, damit ich sie nie wieder aufbekomme.
Du bist zu weit mit mir gegangen. Ich war so naiv, ich habe dir meine Gefühle praktisch in die Hände gelegt. Mit offenen Karten gespielt und du hast die Karten durch die Gegend geworfen, als sei alles ein Zaubertrick, der schlussendlich damit endet, dass du aus meinem Leben verschwindest.

Reset

Es wäre mir am liebsten, ich würde per Knopfdruck alles vergessen, was du mir je gesagt hast. Alles auf Anfang, nur diesmal ohne dich. Ich möchte mich daran erinnern, wie alles war, bevor du passiert bist. An das, was ich gefühlt habe, bevor in meinem Kopf jeder Gedanke nur mehr mit dir zu tun hatte. Ich will vergessen, wie dein Duft riecht oder wie es sich anfühlt, wenn du deine Hände um meine Hüften legst. Ich will mich nicht an dein Grinsen erinnern, wenn unsere Lippen kurz davor sind, sich zu berühren. Ich will nicht mehr über dich reden, ich will niemandem zeigen, dass du es mir nach allem noch immer wert bist, einen Gedanken an dich zu verschwenden. Ich möchte vergessen, wie du mich hast fühlen lassen.